1,7 Mio Euro Umsatz durch bodalgo
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- Erstellt am Mittwoch, 25 Januar 2012 13:57
Die Casting-Plattform bodalgo besteht in diesem Monat seit vier Jahren. Das Unternehmen hat für sprecher.info Bilanz gezogen.

Mit 0 Mitgliedern ging bodalgo im Januar 2008 auf den Markt. Damals meldete sich Gründer Armin Hierstetter bei Rainer Maria Ehrhardt, dem Vorsitzenden der Vereinigung Deutscher Sprecher mit dem Hinweis, dass bodalgo jetzt da sei und die VDS-Mitglieder ein halbes Jahr lang einen kostenfreien Zugang bekommen könnten. Eine Woche später waren 50 SprecherInnen an Bord. Und die Mitgliederzahl ist mit den Jahren gestiegen, erklärt Hierstetter: "Heute sind über 3.000 Sprecher aus cirka 100 Ländern dabei. Jede neue Anmeldung wird übrigens "von Hand" geprüft - Amateure fliegen sofort raus. Weil aber der Beruf "Sprecher" nicht geschützt ist, ist die Auswahl keine exakte Wissenschaft. bodalgo beurteilt drei Kriterien: Artikulation, Ausdruck und technische Qualität der Demos."
Seitdem das Portal online ist, haben rund 5000 Auftraggeber mehr als 7000 Castings durchgeführt, erklärt der bodalgo Chef weiter. Er selber darf aber nicht "mitspielen": "Wenn man bedenkt, warum ich bodalgo überhaupt entwickelt habe, dann habe ich mir - so gesehen - treffsicher ins Knie geschossen. Ich war von 2005 bis 2007 Mitglied bei anderen Sprecher-Portalen wie voice123 und habe mich immer gefragt: "Warum gibt es so was nicht für den deutschen Markt? Dann gäbe es viel mehr Aufträge, auf die ich mich bewerben könnte!" Ende 2007 habe ich dann mit der Entwicklung von bodalgo angefangen und zuerst gar nicht bedacht, dass ich mich natürlich unmöglich auf Aufträge auf dem eigenen Portal bewerben kann." Er selbst verdient also "nur" an den Beiträgen der Premium-Mitglieder. Die liegen bei monatlich 19,90 Euro, 99 Euro im Halbjahr oder 179 Euro im Jahr. Wie viele Premium-Mitglieder es gibt, bleibt Betriebsgeheimnis: "Aber soviel sei verraten: Das Verhältnis "Aufträge pro Premium-Mitglied" wächst zugunsten der Sprecher. Und das ist das Einzige, das zählt!"
Und immerhin 1,7 Millionen Euro Umsatz konnten die Sprecher bei bodalgo bisher erzielen, sagt Armin Hierstetter: "Natürlich freut es mich, dass bodalgo für viele Sprecher mittlerweile eine signifikante Einnahmequelle geworden ist und auf der anderen Seite viele Unternehmen, Agenturen und Studios bodalgo als extrem hilfreich sehen, wenn es darum geht, schnell und einfach die richtige Stimme für Projekte zu finden. Gerade am Anfang gab es ja durchaus kritische Stimmen und den Versuch von einigen Agenturen, bodalgo als Dumping-Bude ohne jede Aussicht auf Erfolg hinzustellen. Das ging sogar soweit, dass Agenturen Sprechern verboten haben, sich bei bodalgo anzumelden und damit gedroht haben, solche Sprecher aus dem eigenen Katalog zu streichen. Diese "Strategie" hat ganz offensichtlich nicht funktioniert, im Gegenteil: Die Konkurrenz hat sich damit selbst an die Seitenlinie des Online-Business gestellt, denn wenn man pauschal neue Ansätze hirnlos anprangert, schlägt man sich selbst die Türe in dieser Richtung zu. Ich bin mir nicht sicher, ob das sehr clever von den herkömmlichen Agenturen war."