Aufgabenbereiche

Sprecher sind in vielen Branchen gefragt. Sie tragen dazu bei, dass Produkte verkauft werden, sie erzeugen im Radio Kino im Kopf und sie sind es, die einem Film die nötige Stimmung geben.

Der Werbesprecher

muss richtig aus sich raus gehen können. Von albern bis seriös, von leise bis laut und von sanft bis aggressiv – wer einem Spot seine Stimme geben will, sollte ein enorm großes Spektrum abdecken können. Das gilt für einen Fernsehspot genauso wie für einen Kinospot oder einen Radiospot. Gerade im Bereich Hörfunk-Werbung arbeiten viele Sprecher von zuhause aus. In ihrem eigenen Studio nehmen sie den Text auf und schicken die Aufnahme an den Regisseur oder Produzenten. Oft erfolgt der Austausch über eine direkte 1:1-Kommunikation über ISDN - per MusicTaxi oder APTX. Die Bezahlung im Werbebusiness erfolgt basierend auf dem Verbreitungsgebiet. Es wird in der Regel unterschieden zwischen einem Lokalspot (in einer Stadt oder einem Kreis), einem Regionalspot (in einem Bundesland) und einem Nationalspot (bundesweit). Bei Werbung ist es üblich, dass das Buyout (Verwertungsrecht) begrenzt gilt – meistens für ein Jahr.

Der Synchronsprecher

ist in der Regel Schauspieler. Er schlüpft in Rollen, bei denen er alle erdenklichen Emotionen abrufen muss, weshalb eine entsprechende Ausbildung unabdingbar ist. Synchronsprecher arbeiten im Dunkeln. Im Studio stehen ein Pult mit dem Synchronbuch und ein Fernseher oder eine Leinwand, wo die Szenen gezeigt werden. Zuerst erscheint ein Countdown, dann folgt die Szene, die synchronisiert wird. Hier hört der Synchronsprecher die Stimme der Original-Fassung und sieht zu welchem Zeitpunkt er einsetzen muss. In der Regel ist ein solcher Take nur wenige Sekunden lang. Der Countdown läuft danach erneut runter, das Rotlicht leuchtet und die Szene erscheint dieses Mal ohne Ton – denn jetzt ist der Synchronsprecher dran und macht seine Aufnahme. Ob sie in Ordnung ist, entscheidet der Synchronregisseur, der in einem Nebenraum sitzt. Dieser ist durch eine Scheibe vom Studio getrennt. Synchronsprecher bekommen in der Regel eine Grund- beziehungsweise Komm-Gage und einen bestimmten Betrag pro Take.

Das Voiceover

ist eine Methode, bei der eine Stimme über eine andere gelegt wird. Das passiert zum Beispiel, wenn ein Statement aus einer anderen Sprache ins Deutsche übersetzt werden soll. Üblich ist es, dass am Anfang und am Ende kurz alleinstehend der Originalton zu hören ist. Während der Übersetzung der deutschen Stimme, wird die des Originals etwas leiser eingestellt.

Der Off-Sprecher

verleiht einer Produktion seine Stimme aus dem Hintergrund. Das heißt, dass der Sprecher nicht zu sehen ist. Das gilt zum Beispiel für Dokumentationen, Imagefilme, Produktvideos, eLearning oder auch Werbespots. Ein klassisches Beispiel ist auch die immer wiederkehrende Stimme, die durch eine Fernsehsendung führt.

Die Stationvoice

ist die Stimme eines Senders. Sie spricht zum Beispiel Trailer, Verpackungselemente, Teaser und andere Informationen, die der Sender mit seinem Namen präsentiert. Radiostationen haben meistens eine feste Stationvoice. Fernsehsender beschäftigen hingegen oft eine Hand voll Sprecher als Stationvoices, weil es im Gegensatz zum Hörfunk viel mehr Elemente gibt, die von der Stationvoice gesprochen werden – zum Beispiel aktuelle Programmhinweise. Einen Unterschied gibt es zwischen Hörfunk und TV auch im Bezug auf die Exklusivität. Beim Radio wird in der Regel darauf geachtet, dass die Stationvoice nur als Senderstimme und nicht auch in der Werbung auftaucht. Vor allem bei großen privaten Fernsehsendern ist das anders. Hier hört man die Senderstimmen auch regelmäßig in den Werbespots, die bei dem Sender laufen.

 

Der Nachrichtensprecher

ist Bestandteil jeder Nachrichtensendung, aber reine Nachrichtensprecher, im Sinne von Berufssprechern, gibt es vor allem bei öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Sie bekommen von der Redaktion vorgefertigte Texte, die sie vorlesen. Hierbei handelt es sich um einen der wenigen Bereiche, in denen Sprecher auch fest angestellt werden. Solche Nachrichtensprecher gibt es zum Beispiel bei der Tagesschau, dem Deutschlandfunk, der Deutschen Welle und dem Westdeutschen Rundfunk. Die Anmutung dieser Nachrichtensprecher ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sie ruhig, seriös und sachlich ist.